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DIALOG - TRIALOG #2

Künstlerbund Baden-Württemberg

Museum Biedermann | 78166 Donaueschingen | Museumsweg 1 | 24. November 2013 - 16. Februar 2014
Quelle: http://www.museum-biedermann.de/deutsch/ausstellungen/018_131124_dialog_trialog_2.html
TAGGED: INFO + TEILNEHMENDE KÜNSTLER + BEITRAG FABRICIUS + ERKLÄRUNG + PRESSE

trialog_logoINFORMATION: Das Museum Biedermann zeigt in wechselnden Ausstellungen nicht nur die Bestände der eigenen Sammlung, sondern öffnet daneben auch immer wieder die Pforten für Gäste. Dabei ist die Vernetzung und Kooperation mit anderen Kunstinstitutionen und Kunstschaffenden wesentlich. Nachdem 2012 Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie der in Italien tätigen VAF-Stiftung zu Gast im Museum Biedermann waren, werden seit Sommer 2013 Arbeiten von Mitgliedern und Gästen des Künstlerbundes Baden-Württemberg in zwei Teilausstellungen unter dem Titel "Dialog - Trialog" im Museum Biedermann präsentiert.Vom 30. Juni bis 3. November 2013 ist im Museum Biedermann der erste Teil der Ausstellung "Dialog - Trialog" zu sehen. Dazu haben 21 Mitglieder des Künstlerbundes Baden-Württemberg je einen Gast eingeladen, mit dem sie gemeinsam ein künstlerisches Konzept für die Räume des Museum Biedermann entwickelt haben.
Die 21 Künstlerpaare vom ersten Teil der Ausstellung haben für den zweiten Teil je einen weiteren Künstler zum "Trialog" eingeladen, allerdings ist das Künstlerbundmitglied in dieser Ausstellung nicht mehr mit einer eigenen Arbeiten vertreten, sondern übernimmt die Rolle eines "Kurators" für seine "Gäste": "Dialog - Trialog" zeigt somit in einer experimentell-offenen Zusammenarbeit die künstlerische Auseinandersetzung von je drei Künstlern.
Zur Eröffnung von Dialog - Trialog #2 am 24.11.2013 erscheint ein Katalog. Darin werden die Entwicklungslinien beider Ausstellungen dokumentiert und in Text und Bild nachvollziehbar gemacht.

TEILNEHMENDE KÜNSTLER (jeweils Mitglied: Gast 1 & Gast 2): Olga Allenstein: Eva Früh & Esther Strub / Beate Baumgärtner: Stefanie Reling & David Burns / Eva Borsdorf: Margarete Lindau & AndreasMy / Willi Bucher: Hans-Jürgen Kossack & Tobias Maximiliam Schnell / Annalisa Cardinale: Linda Eberle & Jong Hyun Park / Friedemann Flöther: Philipp Morlock & Klaus Fabricius / Irmela Maier: Albrecht Schmidt & Miriam Lenz, Immanuel Preuss / Daniel Mijic: Reto Boller & Guido Vorburger / Heinz Pelz: Myriam Holme & Jörg Baier / Sigrid Perthen: Andreas Bressmer & Bruno Nagel / Christoph Poetsch: Christian Ertel & Skafte Kuhn / Anne Römpp: Julia Wenz & David Semper / Uwe Schäfer: Roland Schön & Jost Scheider / Martin Bruno Schmid: Xaver Sedelmeier & Philipp Haager / Alf Setzer: Micha Ullmann & Abi Shek / Eckart Steinhauser: Christine de la Garenne & Julia Pfeiffer / Markus Strieder: Thomas Deyle & Karolin Bräg / Heinz Treiber: Harald Kröner & David Heitz / Voré: Simon Pfeffel & Wolfgang Rempfer / Elisabeth Wagner: Platino & Samuel Seger

MEIN BEITRAG:

Klaus Fabicius: dialog-trialog 1Klaus Fabicius: dialog-trialog 2Klaus Fabicius: dialog-trialog 3Klaus Fabicius: dialog-trialog 4Klaus Fabicius: dialog-trialog 5Klaus Fabicius: dialog-trialog 6Klaus Fabicius: dialog-trialog 7Klaus Fabicius: dialog-trialog 8

ERKLÄRUNG:

… in Sehnsucht
angewandter Phantasie
destruktiv leise heiter
im Augenblick ...

eine rechtwinklige, zweigeschossige von Philipp Morlock angelegte Türenwand zeigt sich schwarz und hölzern mit glänzender Oberfläche ... ein Türblatt ist mit Glas besetzt ... rein schauen kann man nicht, sie steht in für uns unerreichbarer Höhe ... alle Türen sind geschlossen und vermutlich auch verschlossen... es ist eine eigentümlich schöne Form, die im ersten Eindruck ausschaut wie ein schwarzer Monolith ... ein mystischer Ort ...
man geht um die Fläche herum oder hat einen anderen  Standpunkt gewählt... sie schließt sich nicht als Türen-Quadrat, sondern ist zum Quadrat zu Ende gebaut mit einem Lattengerüst auf gleicher Höhe ... das Lattengerüst wirkt roh und ist bespannt mit einer Haut, die fast undurchsichtig ist... aus ihr stechen an einigen Stellen Kunststoffstachel hervor ... eine funktionsuntüchtigeTür markiert den Eingang zum umbauten Raum ...
an die unteren Kanten schmiegen sich kleine weiße gefüllte Stoffbeutel, die der Statik zusätzlich stabilisierende Funktion geben könnten.. einer dieser Stoffbeutel schmiegt sich wohlig zart an ein schwarzes Türblatt ... oben krallen sich die bespannten Wände mit zwei Schraubzwingen an der Idee von Philipp Morlock fest ... meine Reaktion auf Philipp Morlocks Werk ... 
starless bibleblack ... der Schriftzug aus der Erde des Museumsparks ...
der Raum ... nicht sehr groß, groß genug jedoch, um einen Tisch und einen Stuhl zu beherbergen... beide Möbelstücke alt und benutzt ... der Stuhl mit den Beinen gekippt wie in großer Eile umgestoßen, aber weich auf ein weißes Kissen gefallen ... absurd ... warum steht der Tisch schief? ...  eine merkwürdige Situation ... auf der Tischplatte ein Steinkreis ... eine alte Bibel in hebräischer Schrift verwachsen mit einer Krähenflügelschwinge... eine Vase mit Wasser gefüllt für eine zarte Bleiblüte und einen Ast ... ein bronzener kleiner Fernseher mit golden spiegelnder Bildfläche ... die Schublade des Tisches herausgezogen und gefüllt mit schwarzer Erde ...
was ist noch in dem Raum? ... ein kauernder weißer Hase ... ein Beil ihm im Hasenblick gegenüber ... eine in Glas gerahmte Radierung mit einem stolzen Ritter auf weißem Kaltblüter, der an einem aus Holzstücken gewachsenem Bäumchen vorbei reitet ... der künstliche Baum mit drei Haselnüssen ... geknackt werden sie immer ...  der Schriftzug starless bibleblack scheint durch ... eine Stimmung tiefer schwärzester Hoffnungslosigkeit? ... an der anderen Wand ein in rostiges Eisen gefasster Monitor ... der Bildschirm zeigt eigentlich nichts außer Bildrauschen white noise ... der angebissene goldene Apfel ... vergessen abgelegt in einem Holzlattenwinkel...
draußen hinter der Tür ein Besen ... am Boden eine Stelle mit Baumborken und Brikettstücken ... darin eine goldene Erbse... eine kleine Sonne... alles in der Farbvorgabe von Philipp Morlock gehalten... dies vereint optisch ... vereint in der Zeit auch durch das Material der Dinge ...
doch was soll das alles und miteinander? ... mir gefiele es, würde es wie ein Bild gelesen, das Stimmungen erzeugt, die beunruhigend wirken und die wir annehmen oder ablehnen können ...
im besten Fall wie ein Titel von John Berger Gegen die Abwertung der Welt ... die ich beschreibe als

 ...in Sehnsucht angewandter Phantasie destruktiv leise heiter im Augenblick...

PRESSE

AUS EINEM DIALOG WIRD EIN TRIALOG
[Rezension in: Schwarzwälder-Bote, 17.01.2014
Jeder will einzigartig sein. Vor allem Künstler möchten und sollten ihre unverkennbare Handschrift herausarbeiten. Doch der Künstlerbund Baden-Württemberg hat ein ungewöhnliches Ausstellungskonzept ausprobiert, das jetzt auch im Museum Biedermann zu sehen ist: nicht das einzelne Mitglied steht im Vordergrund, sondern kleine Gruppen von Künstlern erarbeiten gemeinsam eine Position.
Im bereits zu Ende gegangenen ersten Teil der Ausstellung "Dialog-Trialog" hat je ein Künstlerbundmitglied einen Gast eingeladen und mit ihm zusammen eine künstlerische Position gezeigt. Jetzt im zweiten Teil der Ausstellung ist aus dem Dialog ein Trialog geworden. Die insgesamt 21 Künstlerpaare haben jeweils einen weiteren Ausstellungsgast hinzugebeten, während das Künstlerbundmitglied zurückgetreten ist und stattdessen nun als Kurator wirkte.
Wie sieht das konkret aus? Was verbirgt sich beispielsweise hinter den schwarzen Türen? Philipp Morlock, einer der ersten Künstlergäste im Teil eins der Ausstellung, hat Türen schwarz lackiert und daraus eine rechtwinklige, zweigeschossige Türenwand gebaut. Massiv, groß und ein wenig abweisend versperrt sie dem Betrachter die Sicht auf das, was sich dahinter befindet. Durch diese Türen kommt man nicht hindurch. Ästhetisch aber zugleich ziemlich bedrohlich glänzt der schwarze Monolith im Raum. Im ersten Teil der Ausstellung hat Friedemann Flöther – Künstlerbundmitglied und somit Gastgeber dieses Künstlerpaares – eine Rakete dahinter positioniert, die man jedoch nur gesehen hat, wenn man das Rechteck umrundet hatte. Auch Flöther arbeitet mit Kontrasten: seine Rakete ist mit einer zartrosafarbenen Mustertapete beklebt, die im Widerspruch zu der Form des Flugkörpers steht, mit dem die Menschen auf dem Mond gelandet sind, ihre Träume verwirklichen und hoch hinaus wollten.
Zum im Museum Biedermann zu sehenden Trialog haben die beiden Künstler Klaus Fabricius eingeladen, dem das Konzept auf Anhieb gefiel: "Das ist enorm spannend, ich wollte auf die Türenwinkel reagieren und nach Ortsbesichtigung und Bedenkzeit habe ich elektrisiert mitgemacht. Ich habe den Beiden gesagt, dass ich mir etwas einfallen, aber nicht gerne reinreden lasse. Für die Beiden war es volles Risiko", erinnert sich Fabricius. Flöther hat also seine Tapetenrakete abgebaut und den Platz an seinen Kollegen abgetreten. "Ich bin mit meiner Holzkonstruktion und Baustellenplane ebenfalls die vier Meter hoch gegangen, die Morlocks Kunstinstallation vorgab, um damit Gemeinschaft zu signalisieren. Mit den Schraubzwingen kralle ich mich an seiner Kunst fest", erklärt Fabricius.
Während der Dialog die Welt der Kontraste thematisierte, wird beim Trialog aus den Teilen ein wundersames Ganzes, das seine Geheimnisse bewahrt. Und wer einen Blick hinter die schwarzen Türen wagt, wird mit vielen Geschichten belohnt.
REFERENZ: http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.donaueschingen-aus-einem-dialog-wird-ein-trialog.6444ef2a-69ee-4da7-83b5-ed217c818b7c.html

WIE AUS EINEM DIALOG EIN TRIALOG WIRD. - Zur aktuellen Ausstellung im Museum Biedermann. Konzept des Künstlerbundes Baden-Württemberg trägt Früchte.
[Rezension in: Neckarquelle | Villingen Schwennigen | 30.12.2013]
Jeder will einzigartig sein. Vor allem Künstler möchten und sollten ihre unverkennbare Handschrift herausarbeiten. Doch der Künstlerbund Baden-Württemberg hat ein ungewöhnliches Ausstellungskonzept ausprobiert.
Nicht das einzeln Mitglied steht im Vordergrund, sondern kleine Gruppen von Künstlern erarbeiten gemeinsam eine Position. Im bereits zu Ende gegangenen ersten Teil der Ausstellung „Dialog-Trialog hat je ein Künstlerbundmitglied einen Gast eingeladen und mit ihm zusammen eine künstlerische Position gezeigt. Jetzt im zweiten Teil der Ausstellung ist aus dem Dialog ein Trialog geworden. Die insgesamt 21 Künstlerpaare haben jeweils einen weiteren Ausstellungsgast hinzugebeten, während das Künstlerbundmitglied zurückgetreten ist und stattdessen nun als Kurator wirkte.
Wie sieht das konkret aus? Was verbirgt sich beispielsweise hinter den schwarzen Türen? Philipp Morlock. einer der ersten Künstlergäste im Teil eins der Ausstellung, hat Türen schwarz lackiert und daraus eine rechtwinklige, zweigeschossige Türenwand gebaut. Massiv, groß und ein wenig abweisend versperrt sie dem Betrachter die Sicht auf das, was sich dahinter befindet. Durch diese Türen kommt man nicht hindurch. Ästhetisch aber zugleich ziemlich bedrohlich glänzt der schwarze Monolith im Raum.
Im ersten Teil der Ausstellung hat Friedemann Flöther - Künstlerbundmitglied und somit Gastgeber dieses Künstlerpaares - eine Rakete dahinter positioniert, die man jedoch nur gesehen hat, wenn man das Rechteck umrundet hatte. Auch Flöther arbeitet mit Kontrasten: Seine Rakete ist mit einer zartrosafarbenen Mustertapete beklebt, die im Widerspruch zu der Form des Flugkörpers steht, mit dem die Menschen auf dem Mond gelandet sind, ihre Träume verwirklichen und hoch hinaus wollten.
Zum aktuell im Museum Biedermann zu sehenden Trialog haben die beiden Künstler Klaus Fabricius eingeladen, dem das Konzept auf Anhieb gefiel: „Das ist enorm spannend, ich wollte auf die Türenwinkel reagieren und nach Ortsbesichtigung und Bedenkzeit habe ich elektrisiert mit gemacht. Ich habe den beiden gesagt, dass ich mir etwas einfallen, aber nicht gerne reinreden lasse. Für die beiden war es volles Risiko", erinnert sich Fabricius. Flöther hat also seine Tapetenrakete abgebaut und den Platz an seinen Kollegen abgetreten.
„Ich bin mit meiner Holzkonstruktion und Baustellenplane ebenfalls die vier Meter hoch gegangen, die Morlocks Kunstinstallation vorgab, um damit Gemeinschaft zu signalisieren. Mit den Schraubzwingen kralle ich mich an seiner Kunst fest", erklärt Fabricius. Der aus Paderborn stammende und in Stuttgart lebende Künstler hat eine Art „Selbstporträt" entworfen, eine Innenraumsituation, die jede Menge Entdeckungsmöglichkeiten bietet.
Drinnen steht ein Tisch, allerdings auf wackeligem Grund: Je eines der Tischbeine steht entweder auf Tellern, einem unbehauenen Stein, einem Papierblock und einem Sack. Das Zentrum, der Versammlungsort ist in Schieflage geraten. Darauf ein Steinkreis mit Steinen, die Fabricius am Bodensee fand und deren Maserung eine Linie bilden. Eine Bibel mit eingeklemmter Krähenflügelschwinge. ein kleiner Fernseher mit goldener Mattscheibe: Lauter merkwürdige, absurde Details drapiert dieser Bildhauer hier in seine 3D-Coliage. „Erst am Ausstellungsort hat sich das Werk zu einem Gesamtbild gefügt. Ich kam mit der Idee und dem Material ins Museum, und während des Bauens und Stellens habe ich entschieden, was wirklich geht und passt. Es war ein kreativer Prozess, bei dem sich vor Ort eine begehbare Skulptur herausgebildet hat". erklärt Fabricius.
Eine Radierung hängt an einer Wand, auf einem Balken liegt ein angebissener goldener Apfel, ein Hörl-Hase hockt in der Ecke, gegenüber lehnt eine Axt. Und draußen vor der Tür befindet sich ein kleines, aus Briketts und goldener Erbse zusammengefegtes Universum. „Ich wollte Erinnerungen wachrufen, inspirieren. Die Installation kann wie ein Bild gelesen werden, das Stimmungen erzeugt, die wir spontan annehmen oder ablehnen können, die aber berühren", beschreibt Fabricius.
Flöther und Morlock sind ohne Vorbehalte zufrieden mit dem Ergebnis. Während der Dialog die Welt der Kontraste thematisierte, wird beim Trialog aus den Teilen ein wundersames Ganzes, das seine Geheimnisse bewahrt. Und wer einen Blick hinter die schwarzen Türen wagt, wird mit vielen Geschichten belohnt. eb
REFERENZ: http://www.museum-biedermann.de/cms/upload/presse/pressearchiv/Presse-Echo_Neckarquelle_131230.pdf

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