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New York Report | Oktober 2014

Prolog: Ich beobachte das Alltägliche gut und kam zu dem Schluss, dass dieses Erkenntnisvermögen gut ist, um auffällig zu machen, dass das gelobte Land bizarr und morsch ist.

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Berlin-Kreuzberg, Görlitzer Park im Januar 2014 | Foto: Dietmar Kirves

Berlin-Kreuzberg | NO!art Headquarters-East | Dietmar Kirves | Januar 2014: Einer von Fabis spontan eingelegten Besuche — diesmal mit Verspätung — Saukälte machte den Schritt schnell den weg aber länger ohne Orientierung — unter Freunden dann mit Rauch vor Augen und Alkohol im Schluck wird’s erträglich — ja angenehm so wie immer "hey Fabi — dies — schau — pass auf — abi noch das — bevor ich abkratze — ich gehe nach NYC — Oktober zu Clayton — ist schon abgemacht — wegen der Manipulation der Boris Lurie Art Foundation — in Recherchen muss ich mit Clayton dem entgegenwirken mit Wahrheiten — (es sollte sich dort in NYC übrigens wie von Boris verfügt herausstellen dass Dietmar noch fünftausend Dollar zustehen sollten) das war aber bis heute im Headquarters-East nicht eingegangen — Gastfreundschaft und Verkostung waren Dietmar auch ohne diesem Zugewinn weiter selbstverständlich — also weiter im Text mit dem Qualm der Tropenschätze und American Spirits die gelben (wichtig) vor Augen und dem nachgeschenktem warm gewordenen Wein vor der Lippe — Manchmal suche ich etwas gegen meine Vorurteile. Manchmal gehe ich dafür raus in die Fremde, schaue, höre, sammle, diskutiere, kriege verbal was auf die Schnauze und staune. Dann passiert es zuweilen, ich nehme meine Vorteile — nun beste Freunde, alle wieder unaufgefordert wieder mit. Und frage nun: "Ja was für eine Scheiße ist das denn?"

NYC JFK Airport Mo 13.Oktober 2014: Es ist warm — irgendwie schafft es der Hiphop hupende Berserker in Black dass ich doch noch nah genug an das Hotel komme aber wie sollte ich das wissen "he mann go out — GO OUT! ..." der richtige Koffer war mir humorlose fünf Dollar Wert — Pod 39 145 East 39ST 14te Stock — das hatte mir John der wohl frei hatte per Mail noch vage vor Antritt der Reise zugesagt — mir was das ein sehr wichtig — ein sehr gutes Kabinenzimmer beste Aussicht — tip top.

Pünktlich auf die Minute kam Dietmar ins Hotel — kurzes Austauschen und die Freude das wir uns hatten — Fabi das hier ist der Moloch — alles Bullshit nichts funktioniert wie es soll Handy Internet Busfahrkartenautomat alles Bullshit — "Mensch Fabi kann ich duschen bei dir" — klar doch — fertig — Hose wieder hoch Schuhe an — wir nehmen die Treppen — dann den Bus — dann Augenschein — Orientierungshinweise mitnehmen — und "Dietmar hier noch Deinen Packungen Tropenschatz-Zigarren" — Bustickets hatte Dietmar schon vorher besorgt — denn zwanzig Dollar schluckte der Automat vorher lecker weg ohne Gegenleistung "Mensch Fabi alles Bullshit" — auf meinen Wunsch Biere kaufen — auch schon an Clayton dabei denken — trinkfest sind wir alle — somit rein damit was die Tüte tragen kann an Heiniken Dosen die auch noch bezahlbar waren — eine Bank meine unsere die Bank für uns gemacht und in Erwartung deutschen Ärschen Asyl zu gewähren — tat gut — trinke nur Schnaps — und so weiter und so weiter — mensch Fabi.

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Vorm Eingang zu Clayton Patterson's Outlaw Art Museum in der Essex Street | Foto: Dietmar Kirves

Eine Erleichterung für Dietmar dass die Sprache in this dirty old town nun exklusive die orale deutsche Wellen auf Sender stellte — das dieses "fucking men", "fuck men", "shit men" dieser "fucking streets" eliminierte — "dass du da bist Mensch Fabi" — "dass wir uns in NYC treffen mensch Dietmar" — mit dem vitalisierenden Alkohol und Nikotin sah diese lichtgefärbte Straße und diese schwarz weißen Amis gleich sympathisch aus — auch der. der.. der — der vollzottelbärtige massive mit der Cap — ließ ihn uns abschreiten — identifizierte den Man sofort als Clayton.

"He Dietmar das war Clayton der ist jetzt im Laden" — "kauft n paar Bier für das Treffen gleich" — "Clayton" — "he Klaus" — "he Dietmar" — Zwei drei Häuser weiter — die Bank haben die zwei deutschen Ärsche verlassen — klingeln nicht — Clayton öffnet wie auch immer " — "come in" — der große Raum ist Arbeitsplatz — fetter Appelbildschirm auf der Arbeitsplatte — überall Kunst Installationen Bilder Videos — Bücher Illustrierte Fotos verräumtes Zeug überall — Clayton arbeit viel und er ist schnell — großes Banner rechts prägt den Hinweis der Legalisierung des Tatoos in NYC durch Clayton 1997 — "Fabi hier lang" neben dem Kühlschrank sein Schlafplatz angenehm nahe zum Pott ist durch Dietmar ausgestattet mit Notebook Kamera Videokamera Handy Karten Ladestationen — ohne Tür das ganze — aber wer sollte stören — und so weiter und so weiter.

Lächelnd froh des deutschen anwesenden Vokabular‘s — provisorisch funktional — gelüftet wird durchs vergitterte Fenste in Kopfhöhe zum kleinem Garten hin — Klosett war ja gegenüber schnell dorthin für mich — pinkele nur so viel rein wie aus dem Klosett abläuft was dauert — die Spülung jedenfalls blieb für mich heute unerklärt — Anrichte, Kühlschrank und so weiter und so weiter" das Duschen fehlt aber echt

Heimweh klingt durch — in dem kleinen Hinterhof zum Rechteck der Mauern von den benachbarten Häuser geformt stehend sehe ich die offenstehende Tür einer Boutique — Dietmar macht die zu — wir stecken uns eine an und prosten uns zu — ich hebe den Blick an nach oben ins Grau — Clayton sitzt am Monitor — wir in Dietmars Bleibe — "mensch Fabi wir in NYC — echt Alter" wir sind mit uns zufrieden und sprechen uns ab — wir gehen zu Clayton — der hat ne Dose Bier beim Arbeiten in der Hand.

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Hinterhofgarten, New York Lower East Side | Foto: Dietmar Kirves

Dietmar und er fangen an zu quatschen — für mich wird es schwer mit zu kommen — und dann Clayton dreht die Sitzfläche in Position zu mir "Klaus! What do think about NO!art?" au Backe ich wusste dass das kommen würde — "important protest art" — Clayton eine klare Haltung in der Sache was Stimme und Körpergesten allein rüberbringen — in meine Gehörgänge schießen aus seinem Vokabular Worte die sich als eruptive Geste in Bildern sich ab zu zu speichern beginnen — "please say it again with other words" Clayton ist geduldig mit mir — transportiert seine Gedanken einfacher ich anworte so "I think that is one important way to make protest and political art in the name of Lurie/Fischer/ Goodmann — to represent art not artist ego" — take a beer — where is Dietmar — hey Dietmar!"

Ich packe die Mitbringsel aus — nicht ohne Stolz — für jeden ein Lederarmband mit gelasertem Schriftzug "NO!art Headquater East — und Headquarter West" — danach der Name entsprechend — und noch für Jeden die Collage dazu — Courbets "Ursprung der Welt" als Transferdruck auf Leinwand — mit in die Scheide eingefriemelter Papierzunge NO!art — Calyton’s Elsa kommt von oben dazu — ich kannte Sie nicht — Sie wirkt zart schüchtern mit direktem Blick der fotografisch geschult sein müsste — kommt mit zwei schwarzen Spitzen — die Rattenfänger sind von der Leine — der kleinere davon ist besonders spitz —

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pod hotel
Eingang POD-Hotel New York Uptown | Foto: Dietmar Kirves

Irgendwie war der Tag rum — kurzweilig in der Erregtheit von Fremde und Unerlebten — gesättigt von Pizzen die uns Elsa in Claytons Studio holte lecker und grossstückig — will bring Fabi to the bus stopp — Clayton fand es "ok" — wider meiner Erziehung ließ ich alles stehen und liegen — war froh in angemütlichtem Zustand einfach Dietmar hinterher zu trotten und den nötigen Ausstieg von Dietmar mir mit 1st Ave 39 Str. zu notieren — Fabi wenn du den Stop verpasst dann kommt ein Baulücke — rechts kannste bis East River gucken (hatte mir nochmals geraten wie ich mich setzen solle, so dass ich den Blick frei auf die Nummernschilder der Straße hatte) — raus dann East 49 Str — quere die Straße geh das Stück zurück . . ." Dietmar — dachte ich in dem durch Schlaglöchern rumpelndem Bus in vager Konzentration — Dietmar hat‘s drauf — so fuhr ich durch die erste NYC Nacht ohne das mir die wichtigsten Nummern ins Visier kamen — und so ging‘s dann — wenn ich den Bus nahm jeden Abend das Stück zurück.

East River Silhouette
Baulücke mit Blick auf den East River und Long Island| Foto: Dietmar Kirves

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Wir hatten einen Termin für Dienstag vierzehn Uhr ausgemacht — mein mini Apartment hatte mich ohne Vorfälle ausschlafen lassen — mit Blick aus dem Bett auf die Hochhausfassaden der mir von Sam zugesprochen wurde war phantastisch — lange geduscht und kalt abgeschreckt machte ich mich auf durchs Treppenhaus auf nach oben zur Dachterrassen Bar — das hatte ich mir aufgehoben für ein allein hier zu sein in Abwesenheit des nächtlichen Barbetriebs — das Wetter feucht kalt — wodurch die Aufnahme des Augenblicks an Eigenart gewann — das mit dem Frühstücken war für mich nicht hin zu bekommen — nichts war mir recht — die meisten NYer erledigen das vertilgen von allerlei Zeugs bei gleichzeitiger Erledigungen von wer weiß auf der Straße — doch im Gegensatz zu den mir in Stuttgart assigen Mobilteil nutzenden Straßengehern — rempelt hier niemannd in der sich durchmengenden Menschen Masse an

Gefrühstückt wurde übrigens dann doch noch — mit der Bestätigung "ja bitte das Western Omelett" das war Allan Ecke Houston Street — schmal und eng und lang — nehem mir das vierte Tuischlein für Zwei — ein Fensterplatz — mit bester Aussicht auf das Treiben derer die an mir vorbei gehen — Typen unterschiedlicher Häute und Charaktere — und was für Gesichter — so wie die der amirostigen Schlitten auf löchriger Straße — die Autos sind auch speziell — alt oder neu — geschmeidig oder fett — breit oder schmal — fügen sie sich ihren Haltern — hupend oft — das Frühstück war üppig — so wie die — dir mir mit ihrem Hintern fast das vom Teller gefegt hätte — auf dem Weg ihrer Erleichterung — was ich als Portion doch noch vor mir hatte — Rührei Pfannkuchen Speck Kartoffeln Tomate war angerichtet — mann — ich hab‘s mir reingehauen — staunend selbst — das Fachpersonal — gezahlt ist’s genauso

Schnell — na dann — abgestaunt wurde nicht schlecht — auf dem Weg zur Essex Street — als ich auf das nette junge Pärchen traf — das ich auf dem Hinflug hatte — wir sprechen darüber — wer wo hin will — dann gehe ich weiter — pünktlich fast — vor Claytons Haus — Dietmar wollte Stellung beziehen — weil die Klingel defekt ist — um aufzumachen — ich nur nicht recht synchron für diesen Moment — rief Dietmar an — was nichts bringt — dann hilft der Zufall — das Elsa kam raus — so komm ich rein — sie — ruft noch "Dietmar" und zieht mit den Rattenfängern um die Ecke — "Mensch Fabi — hier lang — durchs Atelier — da sehen wir, dass Clayton meine Mitbringsel in die Pinnwand Erinnerungscollage eingebaut hat — denk bitte dran — mach die Absperrung mit der Styroporplatte zu — klare Trennung für den pinkelnden Spitz — sonst kommen der rein — dahin wo ich schlafe — liegen im Bett und so — Dietmar stellt seine Pläne vor — Mittwoch zu Rehwinkel zum Interview — mit mir als Kameramannn — wir rauchen — er den Tropenschatz — ich American Spirit — stilsicher beides — Bierle geht auch schon dazu.

Der Spitz auf Dietmars Bett
Der Spitz auf Dietmars Bett. | Foto: Dietmar Kirves

"Man Alter" — "mensch Fabi — harte Sache hier — muss das hin bekommen — mann mir läuft die Zeit davon — bevor ich krepiere Alter — dieser ganze bullshit — Clayton und ich müssen aufräumen mit den Manipulationen mit der NO!art — die Wahrheit darstellen — NO!art — deswegen morgen zum Rehwinkel" — wir verquatschen uns angenehm.

Dann lugen wir in die offene Tür der Boutique — nicht oder gar nichts los da drin — Dietmar macht aber anstaltshalber — wegen dem Tropenschatzqualm die Tür zu — derweil ich Gartenpflege betreibe und einige Zigarettenkippen aufsammle — und schaue ich dann mal hoch — so sehe ich alte Mauersteine der benachbarten Häuser — die eine heute in diffusem Licht im Gemisch mit NY typischer feuchter Luft grausteife Kulissen bilden — an der Stirnseite eine fast kleingartenartige schrebige Parzelle — ein Begrenzungsgemäuer — so nah wie das glimmende qualmende Ende vom Tropenschatz in gepresster Mundfuge von Dietmars Lippen Dietmar — noch ein Bier mit Ziggi für mich — Dietmar noch mit seinen Tropenschatz — und seinem proffessionellen kurzen Schluck — aus kleinem kristalligklar tränkigem Fläschchen — so kam er auf das zusprechen — was er im Reden mit PC mit Clayton alles erarbeitet hatte

Dietmar holt die Videokamera — mit kurzer Einführung für mich zu den Tasten und Knöpfen der Bedienungseinheiten — ich probiere einen Schwenk — da der.. little garden — dort der Dietmar in Gelassenheit — die Hauswänden hoch und runter — Clayton kommt — von irgendwoher — "hey Dietmar — hey men — is all ok with you guys" — Dietmar "we start to go — we go out in the streets" — "ok — und Dietmar und ich packen das was nötig ist ein — er zudem — die Kamera ich meine Plastiktüte für die ich bekannt bin — und die mir mein Aktenkoffer ist — in der finde ich mich sofort zurecht ohne langes Suchen — Mist — ich hatte nur vergessen meine Lidl Tüte nach NYC mitzunehmen — das hätte noch Stil gehabt — aber diese billige dünne NYcer tats auch — ich hatte damit das gute Gefühl einer derer zu sein die hier hergehörten.

Wir gingen wieder ins Wholesome Foods des ersten Tages — das war im übernächsten Haus — der Laden versprach für uns das richtige zu tun — Heiniken für mich — für Dietmar "nee bloß nicht — Mensch Alter — er trinkt kein Bier mehr — tut mir nicht gut — setzten uns nach Kauf auf unsere Bank — sprachen über das was nicht besprochen war — wobei die Amis wenig gut weg kamen — pafften und den einen oder anderen Schluck nehmend — "Mensch bloß wieder weg hier — Fabi — mann Alter — hätte ich nicht gedacht das ich mal meine — Vermummten — die Muslime hier vermisse" — "Mensch Fabi" — Aufbruch — "Lass uns mal weitergehen" — für Dietmar einen Flachmannn — im Inhalt Wodka — bei einem Pakistani, Inder oder Chinesen kaufen — die Amercian Spirit für mich — wurde beim Geld hergeben — zum Luxusartikel — der Preis definierte sich mit — zwölf Dollar fünfzig — oder aber ich verstand das Wechselgeld falsch — Dietmar noch dem das eine oder Andere sagend.

East River
Weg am East River | Foto: Dietmar Kirves

Dann aber weiter auf der Essex Street zur East 6th Street — zu einem in Eisen gebauten Steg — hinweg über den FDR Drive — auf den Grünstreifen entlang des East Rivers — dort eine Parkbank aufsuchend — mit phantastischen Blick auf den Fluss, mit den Lastkähnen, Schleppern, Fähren, Ausflugsbooten und den Schnellbooten — "rechts ist die Willamsburg Bridge — links da hinten die Queensboro" — vor unseren Füßen Jogger — dick dünn jung alt allein zu zweit schnell langsam gehend stolpernd vor auch mannche zurück — die Dämmerung war schneller — und machte aus dem scheinbaren Idyll — einen Theatersaal best ausgeleuchteter Kulisse — getrunken darauf mit prosten aus der Dose aus der Tüte — was in diesem Moment absolut richtig war da sich eine Bullenstreife näherte.

Dazu — "Mensch Dietmar — klasse — das wir das hinbekommen haben — danke — das ist — Alter — das ist der Hammer" — eine konkrete Konversation — über und angeregt von dem was wir in Augenblicken hatten — die Läufer in weiß schwarz gelber Hautfarbe — bebrillt und ohne GPS oder Computer gesteuert — mit Puls — und oder Herzfrequenzern — Stirnscheinwerfern — Getthoblaster rhythmisiert — unterhaltend keuchend pfeifend — und nicht selten — weiblich sexy — sehr aufreizend verschwitzte — nass klebende Shirts über dreisten Brüsten — die andere Abteilung — muskelbepackte androgen testosterisierte Boys — schwul und unschwul.

Das Alles inspirierte Dietmar — über seine professionellen Erfahrungen — in Hinblick auf die Laufstile der dargebotenen Stile — die sich an uns vorbei machten — zu philosophieren — hey guck mal wie die da unrund im Schritt daherkommt — es war eine Stimmung unter uns wie zu besten Rundfunkzeiten — "mann — ist das kalt geworden" — "auf dem Weg zurück bringe ich dich noch zum Bus" und das ist das feine an Dietmar — ich fühle mich immer gut aufgehoben und versorgt — zurück ging‘s durch die soziale Wohnungsklinkerbauten Siedlung — des Baruch Playgrounds.

Für heute mehr als genug — am Bus Stopp 1st Avenue — kam Bus M15 — besetzt mit schwarzen Frauen — die in der Überzahl — nun aber mit Blauauge — beobachten konnten — das der wieder an seiner Haltestelle A1/E39ST vorbei fuhr — na den Weg zurück kannte ich nun — noch eine Nachtzigarette oder rauchen mit‘m Bierle auf der Dachterrasse heute — vom Pod39 ein Wahnsinns Blick — in drei Himmelsrichtungen — West — Nord und oder Süd — erst allein — ungewollt wurde mir von vereinzelten Herren zugeprostet — was ich von den anwesenden Frauen und jungen Mädchen anerkennender vergnüglicher angenommen hätte — dann aber — die kräftigste resoluteste Frau nahm sich meiner an — woher ich komme was ich mache und ob ich zufrieden sei — auf meine Frage wurde sie in ihrer Antwort — Geschäftsführerin — was ab sofort — den Ausschank meiner Bestellungen beschleunigte.

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Ach — das tat gut — diese Nacht war im Tiefschlaf traumlos erholsam zu nennen — war mit anhaltend langem heißen und abgeschreckt mit kaltem Duschen perfekt eingeleitet — ich hatte Zeit — mit Dietmar mich auf 13 Uhr eingerichtet — diesmal pünktlich — klappte der Einlass wieder nicht — die Idee — um den Block zugehen durch die Boutique in der Ludlow Street — ein netter Verkäufer Boy lotste mich ohne Nachfrage auf meinen Wunsch zur Hinterhoftür — die Dietmar — ja immer — wegen des brennendqualmigen Tropenschatzes verschloss — mann weiß ja nie — deswegen bewegte ich mich vorsichtig — aber laut genug hoffentlich mit schlurfendem Schritt durch den kurzen kleinen Kiesweg.

"Hallo?" — "Hallo?" — "Dietmar?" — "Mensch Fabi Alter — wie kommst Du denn hier rein" — "setz Dich..." wir trinken warmgehaltenen Kaffee — ich mit gefundener Milch — "jetzt erstmal Lagebesprechung wegen dem Rehwinkel Besuch" die Videokamera für Dich — nichts vergessen" — "wir nehmen n Taxi — ist einfacher für heute" noch dies und jenes — dann hinaus auf die Straße.

Heute ist das Wetter schwülstig windig — n Taxi fährt vor mit Gast — der aussteigt — wir übernehmen die Fahrt — gib Dietmar zu bedenken ob das alles noch richtig ist — ich kann dazu nichts sagen — auch nicht mit Blick auf die Karte — das Cab stoppt — die Dollars die fällig werden scheinen mir gering für diese Fahrt — in Stuttgart City wäre ich mit den dreizehn Dollar ungrad — in Euro gerechnet grad so zum Bahnhof gekommen — aber das wären ja dann erst zweieinhalb Kilometer.

Dietmar und ich suchen das Quartier von Rehwinkel — wir sind überpünktlich — was Dietmar zur Tugend erklärt — die er schon immer pflege — das Haus ist ein Schwarzes — der Eingang für uns links — weil rechts davon — ein anderer in eine Bar führt — wir gucken und das reicht vorerst — mit der Zeit die noch bleibt — um "deutsche Pünktlichkeit " zu beweisen — wir gehen ums Eck und qualmen Eine — auf die Minute geklingelt — gehen wir nach dem "Hallo" das dunkele Treppenhaus rauf — in den vierten?

Charly Rewinkel und Dietmar Kirves
Dietmar Kirves im Gespräch mit Charly Rehwinkel | Foto: Klaus Fabricius | Video

Charly Rehwinkel empfängt uns als gute Freunde — in kurzen Hosen — die Wohnung ist sein Atelier — auch hier steht und liegt viel rum — an Büchern — gestalteten kreativen Dingen — und Bilder abstrakt und figürlich — Kopfhörer und Kabel für Musikanschlüsse — "you drink beer?" — das nehme ich Gastfreundlich an — mit dem Einwand — "I must work at first — to make relays the video film and after that I drink the beer yeeeh!" — Dietmar redet sich ein und warm — und ich nehme probehalber auf — wobei ich im Stuhl sitze — und dicht — den eine zur rechten mit Rehwinkel und zur Linken — Dietmar — habe — bin voll dran schwenke und zoome mit Bedacht — das Zusatz Mikro — extra — Mist — ist ja aus

Dann aber kommen die Fragen von Dietmar — der schwitzt — in ruhigem — konzentriertem englischem Kirves Ton — Rehwinkel weiß was — jetzt zur NO!art — "and what do you know about Boris to be a Jewish in America" "when do know Lurie starts with his art" — "what do you know about Boris russian father and the time in Riga and so on — es enwicklte sich eine intensive Konversation — "where is Boris' money?" — "yeeh — see the scripts" und auf einmal — taucht da Geschriebigites von Boris auf — worin unter Anderem vermerkt ist — dass Dietmar monatlich fünftausend! Dollar zu bekommen hat — "please let me copy this writings" — "where did you get" — ok — this ist stuff enough — "ok — puh I drink my beer — prost Charly" — wir quatschen noch über die Gegend hier — das Haus — die Wohnung — Charly's Freundin — und kommen wieder darauf — wie fucking this money down town ist — mit der Verabschiedung nach dem Wasserlassen — endet dieser Termin bei Charly Rehwinkel.

Dietmar will — mit mir zum East River — kommen so an einem Spielplatz vorbei — macht Fotos — überhaupt macht Dietmar immer Fotos — weiter voran — dann diese Bank — "nee die" — "besser die" — wir sitzen — genießen den Blick — wieder die Menschen — und mann — da kommt ein Pulk Leibwächter — hinter uns des Weges — und da räumen sie einen Jogger weg — da wird die Sicht frei auf einen Rollstuhl im Pulk — darin ein krummer alter Sack — " — das könnte ein Mafia Pate sein — den sie vergessen haben — oder der war zu clever für die Bullen — oder das lohnt nicht mehr den einzubuchten oder umzulegen gut" — "Mensch Fabi" — "Mensch Dietmar" — wir gehen zurück — sieht nach Wetterumschwung aus — kommen noch an Luxusyachten vorbei — aber richtige — "Mensch" — aus Australien — aus England — es kommt Sturm auf — wir angeln uns unwissend durch die Straßen — eine ganz eigentümliche Atmosphäre wird’s — Häuser wie aus den Niederlanden oder so — in Mitte der Hochhäuser — schluchten sich vor uns auf — es fängt an zu Regnen — der Wind wird noch stürmischer — "zum Bus" — Taxis gibt’s jetzt keine unbesetzt mehr.

Zurück auf unserer Bank der Wholesome Foods — "lass uns wenn Du ausgetrunken hast n Pizza essen " — "gute Idee" — wir schlappen nach gegenüber — Pizza free delivery 215334252 — neben einem Tattoo Studio — Dietmar hat das was er will schnell — ich will Diavolo — was keiner kennt — ich bestelle was Dietmar hat — und mach’s mir scharf mit dem was rumsteht — die Pizzen sehen nicht schlecht aus — "Hey men — see diavolo — see now it’s sharp." "yäh men — diavolo — ok men"

Dann gingen wir wieder auf unsere Bank noch n schluck auf die Pizzen und eine smooken — "Mensch Fabi" — "Mensch Dietmar" — für heute war's genug — Dietmar bringt mich zum Bus — und ich verpasse wieder meine 39st Street — und das — im sofort bis auf die Knochen nass — ich presse mich — nach der Straßenquerung — an das Tort einer Einfahrt — ein zwei drei freie Taxis fahren an mir vorbei — klar die nehmen jetzt nicht son zugepissten mit — dann rollen nochmals Taxis an mir vorbei — "Man hey" — "Fuck fuck fuck . . ." — dann endlich hält eins — ein Pakistani — "Hey men — go to 39st Street Hotel Pod" — das war kurz — aus den fünf geforderten Dollars — machte ich ihm zehn Dollar — auf das umziehen hatte ich keinen Bock — und so stand ich vor der Bar — die für mich keine war — alle bekamen nur ich nicht — "fuck" — "mannn" — ich dachte das ist Rassismus — Blauauge klar — und dann noch angepisst — "fuck" — ging eine rauchen — dann mein wiederholter Versuch an Bier zu kommen — "fuck" ich stand im Weg — und dann hatte ich ein Bier — obwohl ich keins bestellt hatte — kam ja nicht dazu — der Schwarze — gut aussehende mit allen Girls flirtende — hatte Blauauge nicht in seiner Bedienungsanleitung — nee — ein weißer flinker Boy hatte mich aber endlich im Visier — zwei stürtzte ich runter — und hatte Wohlwollen geerntet — denn das dritte gab er mir aus — aber mannn hey — die Girls und Typen waren fast alle an diesem Abend voll betrunken — ein Sack machte auf die Macke — der war schon bevor ich das erste Bier hatte fünf sechsmal bedient worden — gab den Girls reichlich aus — aber die verschwanden ohne Worte — waren einfach weg — dann trank er alles mit seinem Kumpel — der aber auch keiner war — der verschwand nähmlich auch — ohne Worte einfach so — und dann war das Geld — bei der für ihn unnötigen Bestellung alle — haha — und nur das Wohlwollen half ihm noch — haha — ich bekam noch eins gegen Money und rauchte die letzte Zigarette.

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Neuer Tag — beim wiederholten warmen duschen — nichts nachgedacht — danach Grüße an die Heimat — per Mail an Elisiabeth — das Wirless free Lan funktionioert tadellos — aber danach — nur wo frühstücken — heute stand ein Treffen mit Ursula an — die hatte ich in Stuttgart seinerzeit — in einer von ihr performten Ausstellung kennen gelernt — das Treffen — sollte im Le Pain Quotide 11 Street Nähe Brodway sein — Zeit hatte ich genug — ich entschloss mich — die Anfahrt mit der Metro — ab Grand Central Station zu machen — wollte da auch frühstücken — der Straßenverkehr ist dicht — die Anlieferungen müssen nachts erfolgen — meist geht gar nichts voran — ein Taxi zu nehmen ist mindestens in der Rushhour keine Beschleunigung — überhaupt mann — das ist alles so marode — klar — denke ich mir irgendwoher müssen die Dollars für die Kriege ja herkommen — nur dort wo Touristen und Promis stolpern könnten — wird das nötigste geflickt — in der Upper East und West ist mann sich einig was das Wort Pflege bedeuten kann — in der Lower East Side — das Wort Tristes — ich werde mitgerissen — von den eilig strömenden Menschen — in der großen Halle — ist es eigenartig bedächtiger — das Gebilde insgesammt — ist ein grandioses Stück Architektur — staunend — für den Augenblick — genieße ich das Licht — das Gemäuer — steige in erste Geschoss hoch — genieße den neuen Blickwinkel — steige abwärts — lass mich mitnehmen von der Masse — drifte im Zufall — durch eine kleine — geruchangenehme kleine Markthalle — dann nach draußen in das gleißende Licht — das mich wärmend erinnert — an einen heißen Tag — heute unterwegs zu sein — jetzt aber zum Schalter wieder rein — "Sorry — can you check this ticket" — "Sir" noch eine Fahrt gültig — es sind nur wenige Stationen — gegen Süden — bis Union Square.

Was für ein phantastischer Ort — nach einem besten Cappuccino mit n Stück Schokokuchen bei den überschwänglichen Brasilianerinnen — ein paar Straßen weiter, bin ich zurück — dieser Platz gefällt mir — er ist so gut durchmischt — von Passanten — den wenigen Touristen — den Gammelden — den Armenschluckern — einmal durch den Park — im Oval — nochmal — und nochmal — dann auf eine Bank — ohne Vogeldreck — eine verbotene Zigarette — meine Sonnenbrille geht beim Zurechtbiegen kaputt — "shit mann" schaue mir mit verkniffenen Augen die Leute an — es ist wunderbar diese Vielfalt — wunderbar diese Charaktere — diese Sonne heute — das Gezwitscher der Vögel — das Gekläffe der Hunde — irgendwann später — und mit einem Nickerchen — mache ich mich auf — suche den Treffpunkt — nehme dort die Zeit — und gehe wieder zurück des Weges — denn — der Strand Book Store Braodway 12. Street— hat es mir angetan — und ich werde — in der Kunst und Kultur Abteilung — im zweiten Stock — Büchern gucken — nach Boris Lurie für Dietmar — und nach Architektur für Elisabeth — oder was mir zu fällt — meine Nachfrage zu Lurie war erfolgreich — ein Bändchen früher Schaffenszeit — ist als Geschenk für Dietmars Archive bestimmt — Bücher über deutsche Architektur — nichts — doch Helmut Jahn — sonst nichts — kaufe für Elisabeth kurz entschlossen — Coral Sea Poems — im Bändchen von Patty Smith — ich bin im Freudentaumel — alles gut und "Mensch Dietmar" denke ich — ich habe noch reichlich Zeit und so quere ich ums Viertel — in bester Erinnerung meiner letzten NYC Reise — und der Erfahrung — bester billigst Sonnenbrillen Ankaufs — nehme ich die Läden ins Visier — und werde wie schon letztmalig — belohnt vom Schwarzen Mann — wie schon damals — mit Gestell und Gläsern — für wie schon damals — fünf Dollar — perfekt — und jetzt kann ich ungeniert wieder dahin schauen — wo schöne Beine — schöne Körper tragen — die Brille setze ab — in der Grace Church — ich bin beeindruckt — ein langhaariger hager krass tätowierter und gepiercter in Nase Ohren Backen Lippen — in andächtigem Gebet — angezogen vom Schein schöner Glasmalereien — nehme ich Platz auf einer Bank — immer sind es diese Bänke — wo ich zum Sitzen komme — als gäbe es in NYC keine Stühle — der Raum schafft es auch mich zu andächtig ruhig zu machen Andacht an zu halten — gestört dann — von jungen Girls — knipsend und plappernd — rechtzeig zur Probe eines Organisten — erst ein Brummen das länger dauert — dann der erste Ton — unter Vollast ein Bass — dann Zwischentöne — bis zu den höchsten Tönen — dann eine lange Weile nichts — dann wieder dieser verzögerte Fingerlauf — könnte ein einstimmen sein — dann ein handwerkliches Geklapper und noch mit Hoffnung — beginnt ein Stück Musik — modern — eigen — laut — leise — ich genieße das — mit dem Handy nehme eine gute Sequenz auf — nur leider ist diese — im Datentransfer abhandengekommen — als ich denke das Spielen ist aus — gehe ich gegen Ausgang — aber wie auf Zuruf — werden neue Tonreihen auf die Tasten eingespielt — ich gehe trotzdem — draußen ist heiß und gleißend — so suche ich das gegenüberliegende Le Pain auf — vorne die Theke — mit Brot und Schleckereien — aller feinerster belgischer Art — wenige Tische — hinten mehr ein ganz langer — schau nach draußen auch dort Tische —

ich warte eine kurze Weile und denke — das ich Ursula auch wieder erkennen möge — der Kontakt ist schon länger her — und war von kurzer Dauer — doch die da — die mit dem Rad.. ja das ist sie schlank und Yoga gestählt — wir nehme eine Platz — der strategisch günstig für uns Zwei ist — bestellt ist nach den erstem Austausch schneller Worten — das Essen und die Getränke sind wie die Tische und die Bedienungen — natürlich — der Orangesaft den ich habe — ist der beste überhaupt — und nehme noch einen Zweiten — "was machst Du — wie geht’s Dir" — "bin immer sehr aktiv mit meiner Kunst und dem Beruf und dem Kind" — "ich gebe private Stunden in Kundalini Yoga — habe reglmäßige Teilnehmer und ich kann die mir die Zeit ganz gut einteilen" — wir reden mehr wohl ich denn Sie — über das Kunst machen und organisieren — dabei essen wir genügsam — die leckeren frischen Sachen vom Teller — und ich bin dabei bin sehr froh über dieses Treffen — und staune nicht schlecht — wie Ursula — alles zu organisieren weiß — in so einer hektischen Stadt — bei den Lebenshaltungskosten zudem und das da künstlerisches — kreatives entsteht — was dann zu ihrer Kunst wird — Respekt — in Umarmung — und nach den fünfzig Dollar für das was wir hatten — plus dem Trinkgeld — verabschieden wir herzlich — und ich schlage den Boden um die Grace Church — mutig — ohne Plan — gegen Osten — sie sagte noch immer grad aus dann — aber immer etwas mehr nach links als nach rechts — denn sie muss es wissen — wohnt sie doch — so gesehen hinter unser Bank in der Lower East Side — Zufälle gibt’s.

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Dietmar hat sich für uns heute was Besonderes einfallen lassen — wir verreisen — nach Staten Island geht’s

Auf der Fähre nach Staten Island
Auf der Überfahrt nach Staten Islan. | Foto: Dietmar Kirves

— und dann nach Coney Island — phantastisch — nur die Hürde des Ticket Buskarten Block Kauf am Automaten — haha — da ist es wieder — das gelobte Land im Eimer — der Automat — stellte sich in den Diskussionen der andere Gescheiterten raus — war defekt — aber glaubt nicht — das das mann "echt Alter" — in den Bus dann einsteigen könnte mit Barem — wir verbrauchten zwei Busse sammt Fahrer — für die "fuck fuck fuck men." Erkenntnisse — ab nach unten — in die Metro dort sollte es uns gelingen — aber kaum dass wir in das sonnengetränkte Tageslicht zurück kamen — fuhr unser Bus vor und schon wieder weg — egal wir schafften es zum NY Waterway — war alles Menschen leer für NY Verhältnisse — jetzt nur noch — es galt hier ein Tickets für die Überfahrt zu ergattern — aber denkste — "all for free" das ist irre — "wegen der Brücke dahinten — nimmt keiner mehr die Autofähre" — wir sehen uns um — dann — aus dem Off fast — eine Unruhe — woher auch immer die Leute alle herkamen — sollte es losgehen — es waren hauptsächlich Arbeiter und Angestellte — wenige Touristen — ein Geschiebe und Gedränge — das hatte ich in NY — so — noch nicht erleb — Dietmar will aufs Oberdeck — "Mensch Fabi" unser Verständnis ist im Blick verbürgt — stehen an der Reeling — genießen beide — jugendlich das Ablegemannöver — ich muss pinkeln — zwei Deck tiefer — da wo das Fahrwasser ganz direkt zu erleben ist — dort wo‘s nicht nur nach Toilette stinkt — hier liegen die ruhenden Muskeln — der Arbeiter — die vermummt meist — unter den Kapuzen — ihr Nickerchen machen — es sind Lationos und Schwarze in der Überzahl — es riecht nach Diesel und der stampfenden Schiffsmaschinen — ah — das gefällt mir — und — die Gischt — der Wind — das Licht — oben bei Dietmar wieder angekommen — "Mensch Dietmar — lass uns nach unten gehen — das ist’s klasse — uriger — da haben wir Platz" er geht mit — wir schauen von Auto Deck — nach NYC rüber — gehen ein paar Schritte Steuerbords — sehen die Freiheitsstatue — es kreuzen afrikanische Öltanker die Route — machen Fotos . . .rauchen uns eine — und kommen dem Ziel näher — entsteigen dem Schiff im Unteren Deck — was echt besser ist — weil‘s schneller geht — wir gehen über das St. Georg Terminal — Stadtwärts — und landen — mit Dietmars Zielstrebigkeit im Richmond Liquors Shop — "sheaper than that" — "Vodka — yes yes — Vodka in a small bottle — yes yes" — er zahlt — denke mir noch — Dietmar muss diesen Laden gekannt haben — wir gehen — gehen zurück — dort hin — wo die Treppen zum Schulhof leiten — machen wir Raucherpause mit Schluck — Dietmar schein mir heute konditionell nicht gut dabei — er der sonst keinen Schritt scheut — schwitzt und geht verlangsamt — geht aber nach der Pause auch bergauf — unter steiler Sonnenlage — er sucht den Weg — den er schon eimal gegangen ist — um den scheuen Mitser X zu besuchen — der heute — so sollten wir ihn finden — zur NO!art seine Version und Sicht der Dinge schildern möge — wir gehen verkehet — "da lang glaube — mann Alter" — mir kommt das Island nicht ganz geheuer vor — erst recht nicht . . .da Dietmar in eine One Way Straße läuft — die Situation ruf vergessene Erinnerungen in mir wach — da als ich mit Freuden — im Irgendwo bei Bielefeld — zum Dealerkauf — uns auf falschem Weg — in einen einsam gelegenen Hof verfuhren — und Typen mit Knarre und Gewehr klare Anweisung gaben und zu verpissen — diese diffuse Stimmung hatte ich jetzt — ich ging nicht weiter — und Dietmar noch einige Meter alleine — "Mensch Fabi — irgendwo — aber wo — kann mich nur vage an das letzte Mal erinnern" — wir stapfen weiter — was aber nicht’s einbringt — im auf und ab — nach gefühlter mindestens Stunde — Dietmar geht’s nicht besser — wir rasten — ziehen weiter und landen unverhofft wieder auf der Bay Street — die von der Verrazona Narrows Brige bis — unter unser Füße reicht — wir gehen über rostigen Steg — runter an einem Backstein schönen Fitness Center — und staunen wieder Mal nicht schlecht — wie verkommen Amerika sich den Strom verlegt — unglaublich — so was kenne ich von Kreta und das war so "Mensch Dietmar ungefähr — mann wann war ich da — Mitte Ende achtziger."

Stromleitungen auf Staten Island
Stromleitungen auf Staten Island | Foto: Dietmar Kirves

Also hier war der Fortschritt — durch Technik nicht angekommen — weiter — falsch zwar weiter — dann — klar Bay Street — ich weiß gar nicht mehr ob wir was aßen — nur dass wir tranken — und Dietmar keine Lebensverbesserung in Gesicht und Knochen stand — aber Dietmar zeigts nicht — deutet nur ab "Mensch Alter" und wischt sich mit einem Tuch immer öfter über die Stirn — das dröhnende Hupen der Fähre — zwingt uns — zum geordneten Rückzug — und clever — denkste — landen wir im mit dem Lift in der falschen Etage — dann richtig — in den Bauch imUnteren Deck — das uns Quartier wieder auf der Rückreise bietet.. sehr angenehm — der NO!art Mann blieb verschollen — Dietmar meinte noch "der starke Paranoia — mann — fühlt sich verfolgt und so — und so weiter und so weiter — mann Alter" das es heute nun nicht zum Interview kam — " — ist nicht — macht nichts — mann Fabi . . ." beide hängen wir in Gedanke fest — wobei das Wasser unterm Kiel geteilt wird — Backboards haben wir Gischt — und Blick auf rostige leere Tanker — weiter hinten wieder links — die Freiheitsstatue und — die neuhässliche Architektur — mit dem One Trade Turm von Liebeskind — Staten Island hat schon — in mir — seiner Stimmung bemächtigt — die ich mit ‚American Histery oder Tween Peak‘ zu beschreiben euch versuche.

Fabi und Dietmar Coney Island
Mit Dietmar auf Coney Island | Selfie: Klaus Fabricius

In der Metro unter dem East River bis zu Coney Island — Freitag — gehe ich mir Stück Käse, Brot und Kaffee kaufen — der Store ist mir aufgefallen — und gut bestückt — doch sehe ich die Preise — kann ich nicht glauben im gelobten Land zu sein — wer kann sich sowas leisten — das Stück Käse — ist nicht das für Feinschmecker bestimmte — acht Dollar — immer noch billger klar als die Zigaretten — die zwei Brötle — vier Dollar.

Epilog: Gelegentlich steigt mir im alltäglichen Augenblick extremer Gegenwart ein vergessenes Bild hoch, das dann ungebeten meine neue, frische Empfindung trübt. Der Zugewinn liegt dann in der Symbiose, zu dem diese beiden Bilder sich vermischen und mit der Zeit als neue Gegenwart in meinen Alpträumen eine grausame Existenz vitaliseren.

Anmerkung: Aus der Erinnerung ist das Geschriebene ohne Gewähr zu nennen und hat sich mit Sicherheit anekdotisch verdichtet, doch die Ereignisse sind authentisch wie die Individuen die auftreten. Stichworte und Straßenbenennungen verdanke ich dem sehr hilfreichen Notizbuch das mir Elisabeth geschenkt hatte; sie war allzeit sehr nah! In Zuneigung und Respekt Dank an Dietmar und Clayton! Und was und bleibt denke ich, ist die Erkenntnis, dass wir durch Zeit und Ort getrennt, trotz kontroverser Ideen und Auslegungen im Konflikt unseres Gewissens, nicht den Scharfblick verloren haben der uns in Abwesenheit voneinander doch eint.

Fabi in der Metro 2015
In der New Yorker Subway | Foto: Dietmar Kirves

Ich genoß Gastfreundschaft und Respekt. Und: "What do you think about art?" " What ist art?" "What is NO! in front of art?" werden uns weiter beschäftigen. Und unter Ausschluss von Clayton und Dietmar und allen anderen Protagonisten die mir im Gedächtnis bleiben, nehme ich durch alle Sicherheit die geschleuste Seuche eingeschleppte Vorurteile wieder mit.

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